News aus dem neuen Daheim von Nala (Domino)

Die Besitzer schreiben uns folgendes:

Nala hat mich beauftragt Sie wissen zu lassen, dass es ihr soweit gut geht. Aber Zuhause angekommen ist sie noch nicht. Wir lassen ihr Zeit und hoffen, dass sich unser Zusammenleben bald einmal einspielt. In den 12 – 16 Stunden, in denen sie sich versteckt, hat sie ein kleines Tagebuch verfasst. Sie hat ja so viel Zeit und kann nicht immer schlafen . Ich möchte dieses Ihnen nicht vorenthalten.

Samstag, 3. August 2019
Am Nachmittag um ca. 14.30 Uhr hat man mich wieder einmal in diese ungeliebte Kiste gesteckt , habe ich meine Kinder das letzte Mal gesehen und wurde einfach von 2 fremden Leuten weggebracht. Nach einer kurzen Fahrt wurde meine Kiste direkt neben einer Katzentoilette geöffnet. Ich habe sofort geschnallt, dass ich hier meine „Sache“ verrichten muss. Dann habe ich mich aber gleich hinter der Waschmaschine und später zwischen Koffern und Taschen verkrümelt. Erst in der Nacht um 24.00 Uhr habe ich mich mal in der Wohnung umgeschaut, mit Miauen habe ich die 2 Menschen auf mich aufmerksam gemacht. Ich liess mich netterweise immer wieder kurz streicheln, bin aber sonst aufgeregt durch die Wohnung gedüst. Gefressen habe ich schon vorher, aber nur klammheimlich.
Als am Morgen die ersten Geräusche der Entführer zu vernehmen waren, habe ich mich versteckt. Wie gut… die haben mich nicht gefunden!!!!!!

Sonntag, 4. August 2019
Am Abend habe ich mich wieder klammheimlich an mein Futter rangemacht, und mein Kistchen besucht. Als meine neuen Mitmenschen um 21.30 Uhr nach Hause kamen, habe ich erst gemerkt, dass sie mich den ganzen Tag gesucht haben. Das freudige Schluchzen der Frau habe ich aus meinem Versteck mitgekriegt. Die meinten doch tatsächlich, dass ich ausgebüxt bin.
Um 24.00 Uhr war es dann schon wieder Zeit, die Leutchen zu wecken, und die Wohnung weiter zu erkunden. Diesmal ein bisschen weniger aufgeregt, als in der Nacht zuvor. Aber ich bin schon noch sehr unruhig und unsicher. Jedenfalls ist in den folgenden 5 Stunden immer mal wieder einer der beiden aufgestanden, hat mich gestreichelt und mir Leckerli zugesteckt. Ich konnte die Streicheleinheiten kurzfristig geniessen, habe dann aber zwischendurch meine unruhige Wanderung wieder aufgenommen. Wenn dann aber keiner bei Fuss stand für Streicheleinheiten, bin ich auch mal an’s Bett gestanden und habe mir diese geholt. Schlimm fand ich das geöffnete Fenster, weil ich wegen des Rollladens nicht raus konnte. Da habe ich dann schon mal gerüttelt und laut miaut. Um 5.30 habe ich mich wieder zurückgezogen, denn die Mitbewohner konnten nicht mehr schlafen und sind aus ihren Betten gestiegen. Nun ja, irgendwann muss ich ja auch schlafen .

Montag, 5. August 2019
Den ganzen Tag gepennt, weder gegessen noch mein Kistchen besucht. Erst so um 21.00 Uhr habe ich mich wieder klammheimlich verköstigt, meine Notdurft verrichtet und mich gleich wieder zurückgezogen.
Mit der Ruhe war es aber vorbei, denn die haben immer wieder meinen Fressnapf und mein Kistchen kontrolliert. Habe ich doch mal heimlich mein Versteck verlassen um weiter zu futtern, tönte es immer wieder: „Chum go luege, sie isch wieder do gsi“.
Später dann, so um 23.30 Uhr habe ich dann mein Nachtleben wieder aufgenommen. Abwechselnd haben beide mich dann gestreichelt, mir Leckerli gegeben, ja und diese auch teilweise in irgendwelchen Katzenbettchen versteckt. Ich habe die Leckerli natürlich gefunden und gefressen. Aber was interessiert mich der Katzenbaum oder fremde Bettchen , ich habe ja mein Versteck!!!

Dienstag, 6. August 2019
Um 6.00 Uhr habe ich mich beim Herrn des Hauses bemerkbar gemacht, und nochmals traurig durch den Rollladen in die mir vorenthaltende weite Welt geschaut. Dann habe ich mich in mein Versteck begeben, denn bald ist für meine Mitmenschen die Nacht vorbei. Und ich habe ja meinen Schlaf auch verdient.
Ich denke, dass ich mich auch heute erst am späteren Abend zeigen werde, denn irgendwann muss Katz ja auch fressen und so…
Meine Streicheleinheiten hole ich mir dann wieder nachts. So kann dann die, die mich immer ruft und füttert, ungestört ihren Verpflichtungen am Tag nachgehen.

Ich kann noch nicht abschätzen, wie lange es noch dauern wird, bis ich mich hier eingelebt habe und mich richtig wohlfühlen kann. Diese Frau hat mir schon gesagt, dass sie mich lieb hat, mir Zeit zum Eingewöhnen lässt, aber natürlich nicht auf lange Zeit die Nacht zum Tag machen will. Sie drohte mir sogar, dass sie irgendwann die Schlafzimmertür zumachen wird. Aber ich glaube, sie hat dann mehr Entzugserscheinungen als ich .

So, das ist also mein Leben bei fremden Leuten. Vielleicht mache ich damit weiter, sofern ich Zeit und Lust habe. Aber vielleicht fühle ich mich ja auch bald mal im neuen Zuhause angekommen, dann ist ein Tagebuch nicht mehr unbedingt nötig. Also, ich muss jetzt schlafen, damit ich nachts wieder munter bin.

Nala

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