Besuch bei Carlo (Masou)

Ich stand noch in der Türe, schon strich Carlo um meine Beine, so dass ich fast in die Wohnung stolperte. Fremden Leuten gegenüber ist er sehr gut gestimmt. Carlo hat sich prächtig gemacht, er ist gegen den Himmel gewachsen, seine Beine sind unendlich lang und er ist richtig gross geworden. Kein Wunder, so verfressen wie er ist! In seinem Fressgeschirr bleibt nie ein Krümel übrig und er ist überhaupt nicht heikel was das Essen angeht. Hauptsache etwas in den Magen. Vielleicht muss er nachholen, was er als ganz klein gehungert hat.

        

        

Carlo lebt zusammen mit seinem fast gleichaltrigen Gspänli Mimo. Der kleine Mimo hat seine beste Freundin verloren und war in tiefer Trauer. Erst als Carlo zu ihm gekommen ist, hat er seine Trauer überwunden und ist wieder aufgeblüht. Die zwei Jungs sind ein Herz und eine Seele. Die Nächte verbringen sie draussen auf der Pirsch und tagsüber schlafen sie zusammen auf Frauchens Bett.

        

        

Obwohl Carlo fast die ganze Nacht draussen ist, hat er immer noch überschüssige Energie, wenn er am Morgen zurückkommt. Spielen ist für ihn das Ein und Alles. Und wenn Frauchen grad keine Zeit hat, rennt er eben ganz alleine durch die Wohnung und jagt irgend einem Ball hinterher. Seine zweite Lieblingsbeschäftigung ist kuscheln. Carlo ist extrem anhänglich, das merkte ich schon, als ich in die Wohnung kam. Zuerst um die Beine streichen und sich dann gleich neben mich legen und hoffen, dass meine Hand nun sein Kopf krault. Und wenn Frauchen auf dem Sofa liegt, ist er der perfekte Bauchwärmer.

        

Carlo führt ein glückliches Leben…. wenn er sich nicht irgendwo einschliesst. Sein Frauchen hat ihn mal zwei Tage lang gesucht. Sie war ganz verzweifelt und ahnte schon schreckliches. Nachdem sie jeden Winkel der Wohnblöcke und Umgebung abgesucht hatte, kam ihr der Tankraum in den Sinn. Sie öffnete das kleine Türchen zu diesem Raum und ein sehnsüchtiges Miauen drang an ihre Ohren. Carlo hatte es tatsächlich geschafft, in das halb geöffnete Fenster reinzuschlüpfen und als er wieder raus springen wollte, hatte er wohl das Fenster von innen zugedrückt und sich somit eingeschlossen. Beide waren sichtlich erleichtert sich wieder gefunden zu haben und Carlo hat keinen Schaden davon getragen, ausser, dass er für seine Verhältnisse natürlich völlig ausgehungert war. Er steuerte zuerst mal in die Küche, um sich den Bauch voll zu schlagen.

        

Carlo hat wirklich den Jackpot gezogen. Ein tolles Gspänli, ein Frauchen das ihn verwöhnt und Wald und Wiesen wo er herumstreunen kann. Ich wünsche ihm ein langes, tolles und erfülltes Katzenleben.

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