Erinnerungen

Hier finden Sie einige Gedichte und Erinnerungen an Katzen und andere Tiere, die uns und sicher auch Sie, berühren.
Diese Gedichte stammen aus der Feder anderer Autoren und nicht von uns.

Tieren gebührt unser Respekt und unsere Liebe. Sie sind keine Sache und wir müssen verantwortungsvoll mit ihnen umgehen.

Diese Seite soll allen Tieren gedenken, denn zu oft sind ihre Schicksale sehr traurig und zu viele müssen ohne unsere Hilfe leiden.

 

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Die Regenbogenbrücke
Die Rückkehr vom Regenbogen
Testament einer Katze
Wie konntest Du?
Lea’s Geschichte
Der kleine rote Kater
Leih‘ mir ein kleines Kätzchen
Gebote einer Katze an ihren Menschen
Lieber Gott
Ein Morgen im Regenbogenland

 

Die Regenbogenbrücke

An einer Stelle der Ewigkeit gibt es einen Platz, den man die Regenbogenbrücke nennt. Auf dieser Seite der Brücke liegt ein Land mit Wiesen, Hügeln und saftigem grünen Gras. Wenn ein geliebtes Tier auf der Erde für immer eingeschlafen ist, geht es zu diesem wunderschönen Ort.

Dort gibt es Wiesen und Hügel für all unsere speziellen Freunde, damit sie laufen und zusammen spielen können. Es gibt immer zu fressen und zu trinken, es ist warmes schönes Frühlingswetter, und unsere Tiere fühlen sich wohl und zufrieden. Alle Tiere die einmal alt und krank waren, sind wieder gesund und stark, so, wie wir uns in unseren Träumen erinnern, wenn die Zeit vergeht. Die Tiere sind glücklich und haben alles, ausser einem kleinen Bisschen; sie vermissen jemanden Bestimmtes, jemanden, den sie zurückgelassen haben.
So rennen und spielen sie jeden Tag zusammen, bis eines Tages eines sein Spiel plötzlich unterbricht und in die Ferne schaut. Die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf, die hellen Augen sind aufmerksam, der Körper ist unruhig. Plötzlich trennt es sich von seiner Gruppe, fliegt förmlich über das grüne Gras, seine Beine tragen es schneller und schneller.

Es hat Dich gesehen. Noch bist Du wie ein Punkt in der Unendlichkeit, doch wenn Du und Dein Freund sich dann endlich treffen, gibt es nur noch Wiedersehensfreude, die nicht enden will. Dein Gesicht wird geküsst, wieder und wieder, Deine Hände streicheln über den geliebten Kopf und Du siehst einmal mehr in die treuen Augen Deines Tieres, das so lange aus Deinem Leben verschwunden war, aber nie aus Deinem Herzen.

Dann geht Ihr zusammen über die Regenbogenbrücke und Ihr werdet nie wieder getrennt sein…

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Die Rückkehr vom Regenbogen

Ein kleiner Kater kam an der Regenbogenbrücke an und eine Gruppe von Katzen kam sofort zu ihm gelaufen um ihn zu begrüssen. Er war darauf gefasst, nun angegriffen zu werden, aber statt dessen begrüssten ihn alle ganz freundlich und anstatt ihn zu vertreiben, küssten sie ihn einfach ab.

Es war dort wunderschön und jeder war ganz lieb zu ihm. Keiner von ihnen war in einem Gebüsch geboren worden, um dann zwischen Fusstritten und jagenden Hunden jeden Tag um Futter und ums Überleben kämpfen zu müssen. Sie erklärten ihm, dass sie hier auf ihre „Dosimamas“ warten würden, die sie so geliebt hatten. „Was ist Liebe?“, fragte der kleine Kater und Gott liess ihn zurückkehren, um das herauszufinden.

Es war warm und dunkel; er wartete zusammengequetscht mit den anderen, um geboren zu werden. Ängstlich wartete er, bis er endlich an den Hinterpfoten herausgezogen wurde. Unbehaarte Hände hielten ihn vorsichtig fest und trockneten ihn ab. Sie zeigten ihm, wo es einen Schluck warmer Milch gab. Er hatte nicht die Kraft dazu, sich lange an der Zitze festzuhalten. Seine Brüder und Schwestern waren viel kräftiger als er und schupsten ihn ständig zur Seite. Die Menschenhand schob die anderen Katzenbabies ein wenig zur Seite und hielt ihn so, dass er trinken konnte. „Aaaahhh .. so ist es besser!“ dachte er und trank, bis er erschöpft war und zusammengekuschelt an seiner Mutter einschlief.

„Hieran werde ich mich immer erinnern“, sagte er glücklich. „Zu dumm, dass ich erwachsen werden und hinaus in Kälte und Nässe muss, um dort zu kämpfen und dann als Verlierer zu sterben. Dann weiss ich aber wenigstens, was es heisst ein Kater zu sein“ dachte er traurig.

In dieser Nacht kroch er zu seiner Mutter und versuchte zu trinken, aber er rutschte immer wieder zur Seite weg. Wenn seine Geschwister satt waren wurde ihnen der Bauch geleckt und er konnte nur noch die Restmilch trinken, die die anderen übrig gelassen hatten. Aber die Menschenhand die ihm vorher noch geholfen hatte, dass er auch noch etwas abbekam, war jetzt nicht da. Die Zitzen waren ständig leer, wenn er an die Reihe kam.

Schon sich aufzurappeln fiel ihm schwer, so klein und schmächtig wie er war. Als er auf den Rücken fiel und sich nicht mehr aufrichten konnte, begann er zu schreien. Sofort kam der Mensch herbeigeeilt und im Nu war auch die Menschenhand wieder da und gab ihm einen Gumminippel in sein Mäulchen. Es schmeckte nicht so gut wie die Milch von der Mutter, aber es war warm und vertrieb die Schmerzen in seinem kleinen Bäuchlein.

Der Kleine hatte Probleme beim Atmen, weil seine Lungen nicht voll entwickelt waren – er hatte einfach zu lange gebraucht um den anderen in die Gebärmutter zu folgen, als er seine letzte grosse Chance von der Regenbogenbrücke bekommen hatte.

Er konnte den Herzschlag des Menschen spüren, der ihn sich, zugedeckt mit einem warmen, weichen Tuch, auf den Bauch gelegt hatte. Das hielt seinen dünnen, kleinen Körper schön warm und die sich ständig wiederholenden, liebevollen Streicheleinheiten beruhigten ihn sehr. In diesem Moment dachte er wieder an seine neuen Freunde, die an der Regenbogenbrücke so lieb zu ihm gewesen waren und er fragte Gott, ob er wohl wieder dorthin zurück dürfte. Gott sagte: „Ja, aber nicht jetzt. Du wolltest erleben, was Liebe ist.“

So gaben ihm die Menschen Stunde um Stunde seine Milcheinheiten (es kam ihm vor wie Tage, aber er wusste ja nicht was Zeit ist und ausserdem war es ja auch dunkel um ihn herum) und in ihm kam eine Erinnerung an Wärme und Mutterliebe zurück.

Er wurde grösser und lebhafter, und der Mensch nahm ihn immer häufiger mit und liess ihn bei sich schlafen. Während er beschmust und geküsst wurde, konnte er dessen Herzschlag hören, der fest und lieb klang.

Dann kam eines Tages Gott und fragte ihn: „Bist du bereit zu uns auf die Regenbogenbrücke zurück zu kommen?“ „Ja“, antwortete er mit etwas Wehmut, weil sein Mensch ihn nicht gehen lassen wollte und zu weinen begann.

Er tat seinen letzten Atemzug und ging zurück zur Regenbogenbrücke.
Von dort schaute er auf seinen Menschen, der immer noch weinte und den Körper in den Händen hielt, den er für seine neue Chance geborgt bekommen hatte. „Danke Gott,“ sagte er. „Liebe ist WUNDERBAR! Nun werde auch ich an der Regenbogenbrücke auf meinen Menschen warten, um ihm beim Wiedersehen zu sagen, wie sehr ich ihn geliebt habe.“

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Testament einer Katze

Wenn Menschen sterben, machen sie ein Testament,
um ihr Heim und alles, was sie haben
denen zu hinterlassen, die sie lieben.

Ich würde auch solch‘ ein Testament machen,
wenn ich schreiben könnte.

Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Streuner
würde ich mein glückliches Zuhause hinterlassen,
meinen Napf, mein kuscheliges Bett,
mein weiches Kissen, mein Spielzeug
und den so geliebten Schoss,
die sanft streichelnde Hand,
die liebevolle Stimme,
den Platz, den ich in jemandes Herzen hatte,
die Liebe, die mir zu guter Letzt
zu einem friedlichen und schmerzfreien Ende helfen wird,
gehalten im liebenden Arm.

Wenn ich einmal sterbe, dann sag‘ bitte nicht:
„Nie wieder werde ich ein Tier haben,
der Verlust tut viel zu weh!“

Such Dir eine einsame, ungeliebte Katze aus
und gib‘ ihr meinen Platz.
Das ist mein Erbe.

Die Liebe, die ich zurück lasse, ist alles,
was ich geben kann.

 

(Margaret Trowton)

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Wie konntest Du?

Als ich noch ein Kätzchen war, unterhielt ich dich mit meinem Herumtollen und brachte dich zum Lachen. Du nanntest mich „dein Baby“, und, obwohl ich einige Nippes „killte“ wurde ich deine beste Freundin. Wann immer ich etwas „anstellte“, hobst du mahnend den Zeigefinger und sagtest: „Wie konntest du!?“, aber schon warst du wieder so zärtlich und hast mich eng an dich gedrückt.

Als du im Studium so viel lernen musstest, hattest du natürlich wenig Zeit für mich. Aber ich verstand das immer, und spielte mit meinen Bällchen.
Ich erinnere mich an alle die Nächte, in denen ich mich in deinem Bett ganz eng an dich schmiegte, und das Leben vollkommen schien. Du tolltest dann auch wieder mit mir herum, und wir genossen die Sonne gemeinsam auf dem Balkon. Von deinem Frühstück gab´s für mich immer was vom Schinken, „aber nicht zuviel, das ist für Katzen ungesund!“ Und ich schlief solange, bis du von der Arbeit nach Hause kamst.
Nach und nach verbrachtest du immer mehr Zeit auf der Arbeit als mit mir, um „Karriere“ zu machen. Dann warst du so viel weg, um einen Menschenpartner kennen zu lernen. Ich wartete immer geduldig auf dich, tröstete dich bei jedem Liebeskummer, tapste mit meinen Pfoten deine Tränen vom Gesicht. Und freute mich, als du endlich „deinen“ Partner fandest. Zwar keinen Katzenfreund, aber ich respektierte deine Wahl. Ich war glücklich, weil du glücklich warst! Dann kamen nacheinander deine Kinder zur Welt.
Ich teilte die Aufregung mit dir. Ich war von den süssen Kindchen so fasziniert, dass ich sie mit bemuttern wollte. Aber du und dein Partner dachten nur daran, dass ich den Kindern schaden, sie gar verletzen könne. Deshalb wurde ich auch noch aus dem grossen schönen Raum ausgesperrt. In dein Bett durfte ich schon lange nicht mehr.
Ich liebte die Kinder, und wurde „Gefangener der Liebe“. Sie fingen an zu wachsen, und ich wurde ihre Freundin. Sie zerrten an meinen Ohren, meinem Fell, meinem Schwanz, hielten sich auf wackligen Beinchen beim Laufen lernen an mir fest. Sie erforschten meine empfindliche Nase mit unbeholfenen Fingerchen, und ich hielt bei all dem geduldig still. Ich liebte alles an den Kindern, besonders ihre Berührungen, weil deine so selten wurden. Ich war bereit, die Kinder notfalls mit meinem Leben zu verteidigen. Ich war bereit, in ihre Bettchen zu schlüpfen, um ihre Sorgen und Träume anzuhören. Und zusammen mit ihnen erwartungsvoll auf das Motorengeräusch deines Autos zu hören, wenn du in unsere Auffahrt einbogst.

Vor langer Zeit, als man dich fragte, ob du ein Haustier hättest, zogst du aus deiner Tasche ein Foto von mir und erzähltest so liebevoll von mir. Die letzten Jahre gabst du nur noch ein knappes „Ja“ zur Antwort und wechseltest dann das Thema. Ich war früher „deine Samtpfote“ und bin heute „nur eine Katze“.
Dann hattet ihr eine neue Karrieregelegenheit in einer anderen Stadt. Du und deine Familie zogen in eine Wohnung, in der Haustiere nicht erlaubt waren. Ein Mann hat euch das extra noch gesagt, und ihr habt ohne zu Zögern unterschrieben. Beide. Du hattest für dich und deine Familie eine Entscheidung zu finden, die richtig war. Obwohl einmal ich deine Familie war. Die Autofahrt machte Spass, weil auch die Kinder mitfuhren. Als ich merkte, wo wir angekommen waren, war der Spass zu Ende. Es roch nach Hunden und nach meinen Artgenossen, nach Angst, Desinfektionsmitteln und Hoffnungslosigkeit. Du fülltest Papiere aus und sagtest, dass du wissen würdest, dass man ein gutes Heim für mich finden würde.
Die beiden Damen hinter dem Schreibtisch zuckten mit den Achseln und betrachteten dich merkwürdig. Sie verstanden die Wirklichkeit, der eine Katze über die fünfzehn gegenüberstand. Du hattest die Finger deiner jüngsten Tochter aus meinem Fell lösen müssen, während sie weinte und schrie „Nein, nein nehmt mir meine liebe Katze nicht weg!“
Ich wunderte mich noch, wie du ihr ausgerechnet in diesem Moment etwas von Freundschaft, Verantwortung und Loyalität vermitteln wolltest. zum Abschied tipptest du leicht auf meinen Kopf, vermiedest dabei tunlichst, mir in die Augen zu sehen, und lehntest es höflich ab, meine offen daneben stehende Transportbox wieder mitzunehmen. Du hattest einen wichtigen Termin einzuhalten, nun habe ich auch einen. Kurz nachdem du weg warst, sagte eine der netten Damen, du hättest mit Sicherheit schon Monate vorher vom Umzug gewusst, und somit wäre Zeit gewesen, einen „guten Platz“ für mich zu finden. Sie schüttelten bedrückt den Kopf und fragten leise: „Wie konntest du?“
Die Damen widmeten sich uns, wann immer es ihre Zeit zuliess. Wir bekamen gute und reichliche Mahlzeiten, aber ich verlor meinen Appetit schon vor vielen Tagen.

Anfangs hoffte ich unentwegt, dass du zurück kämest, und mich hier rausholen würdest. Dass alles nur ein böser Traum gewesen wäre und ich aufwachen würde… bei dir zu Hause…
Aber du kamst nie. Und dann, wann immer jemand an „meinem“ Vermittlungszimmer vorbei ging, presste ich bittend meine Pfoten durch jeden möglichen Spalt. Gab es niemanden, der mich mochte? Niemanden, dem ich all meine Liebe, Dankbarkeit und zärtliche Treue schenken durfte? Die Wahrheit war, dass ich es nicht mit den süssen kleinen knuddeligen Katzenkindern aufnehmen konnte. Unbeachtet, von allen übersehen und vergessen, zog ich mich in eine Ecke zurück, stand nicht mehr auf. Eines Tages, am Nachmittag, hörte ich Schritte. Man hob mich auf, trug mich über einen langen Korridor, der in einen Raum mündete. Es war ein seliger, ruhiger Raum. Die Frau legte mich auf den Tisch, streichelte behutsam über meinen Kopf und erklärte mir, dass ich mich nicht sorgen solle. Mein Herz schlug voller Erwartung auf das, was nun kommen sollte. Gleichzeitig hatte ich ein Gefühl des Loslösens. Mir, der gefangenen der Liebe, gingen die Tage aus. Ich war mehr um die nette Frau besorgt als um mich selbst. Ich erkannte, dass sie an einer Last tragen müsse, die Tonnen wog.
Sie band leicht etwas um meine Vorderpfote, während eine Träne ihre Wange hinunter kullerte. Ich schob meinen Kopf in ihr Hand, so wie ich es immer bei dir getan hatte, um dir meine Liebe zu zeigen. Ich spürte einen leichten Einstich und eine kühle Flüssigkeit, die in mich hinein floss. Ich streckte mich schläfrig aus, schaute dabei in die freundlichen Augen der Frau und murmelte:“ Wie konntest du?“ Möglicherweise verstand sie mein leises Miauen, denn sie sagte:“ Es tut mir leid!“ Sie umarmte mich hastig und erklärte, dass es ihr Job sei, mir einen besseren Platz zu verschaffen, wo ich nicht missbraucht, ignoriert und verlassen sein würde. Einen Platz, an dem ich mich nicht verkriechen müsse, einen Platz der Liebe und des Lichts, der so anders sei als auf Erden. Mit meinem letzten Funken Energie öffnete ich weit meine Augen und sah sie unverwandt an, versuchte ihr so zu sagen, dass mein „wie konntest du“ nicht an sie gerichtet war. Ich dachte an dich, du mein geliebter Mensch.

Ich werde immer an dich denken und auf dich warten. Mein letzter Atemzug ist mein Wunsch, dass dir in deinem Leben immer diese Loyalität widerfährt…

Einige Worte des Autors:

Wenn „Wie konntest du“ Tränen in Ihre Augen trieb, dann erging es Ihnen genauso wie mir, als ich dies schrieb.
Jedermann ist es erlaubt, diese Geschichte weiterzugeben, solange es einem nicht kommerziellen Zweck dient.
Erklären Sie der Öffentlichkeit, dass die Entscheidung, ein Haustier aufzunehmen, in eine Familie zu integrieren, eine wichtige für das Leben ist, dass Tiere unsere Liebe und unseren Respekt verdienen.

Jim Willis

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Lea’s Geschichte

Hinterhofzucht und ihre Folgen

Diese wahre Geschichte ist als symbolisches Mahnmal gedacht. Es soll alle zukünftigen Tierkäufer und Tierhalter zum Nachdenken anregen. „Lea“ könnte auch eine Katze sein …
… denn überall gibt es sie, die MASSENZUCHT, oder SCHWARZZUCHT …
Lesen Sie folgenden Artikel.

Die nachfolgende Geschichte stammt von der amerikanischen Toller-L mit der Bitte, sie an möglichst viele Tierfreunde weiterzuleiten. Sie handelt von einem Welpen im Petshop (Tierhandlung).
Toller-Info bittet alle Leserinnen und Leser um aktive Aufklärung zukünftiger Tierhalter.
Der Artikel darf (soll) weiterverwendet werden (Sie dürfen ihn gern kopieren und auf Ihrer HP einfügen!), sei es als Infoblatt in der Tierpraxis und bei Futterlieferanten oder als Bericht in einer regionalen Zeitung.

Die Geschichte von Lea

Ich weiss nicht mehr viel von dem Ort, wo ich geboren bin. Es war eng und dunkel und nie spielte ein Mensch mit uns. Ich erinnere mich noch an Mama und ihr weiches Fell, aber sie war oft krank und sehr dünn. Sie hatte nur wenig Milch für mich und meine Brüder und Schwestern. Die meisten von ihnen waren plötzlich gestorben.

Als sie mich meiner Mutter wegnahmen, hatte ich furchtbare Angst und war so traurig. Meine Milchzähne waren kaum durchgestossen und ich hätte meine Mama doch noch so sehr gebraucht. Arme Mama, es ging ihr so schlecht. Die Menschen sagten, dass sie jetzt endlich Geld wollten und dass das Geschrei meiner Schwester und mir, ihnen auf die Nerven ginge.

So wurden wir eines Tages in eine Kiste verladen und fortgebracht. Wir kuschelten uns aneinander und fühlten wie wir beide zitterten ohnmächtig vor Angst. Niemand kam, um uns zu trösten.
All diese seltsamen Geräusche und erst noch die Gerüche, wir sind in einem „Petshop“, einem Laden, wo es viele verschiedene Tiere gibt.
Einige miauen, andere piepsen, einige pfeifen. Wir hören auch das Wimmern von anderen Welpen.
Meine Schwester und ich drücken uns eng zusammen in dem kleinen Käfig. Manchmal packt uns jemand und hebt uns hoch um uns zu begutachten. Einige sind freundlich und streicheln uns, andere sind grob und tun uns weh. Oft hören wir sagen „oh, sind die süss, ich will eines“, aber dann gehen die Leute wieder fort.

Letzte Nacht ist meine Schwester gestorben. Ich habe meinen Kopf an ihr weiches Fell gelegt und gespürt, wie das Leben aus dem dünnen Körper gewichen ist. Ich soll verbilligt abgegeben werden, damit ich bald wegkomme. Niemand beachtet mein leises Weinen, als meine kleine Schwester weggeworfen wird.

Heute ist eine Familie gekommen und hat mich gekauft!
Jetzt wird alles gut. Es sind sehr nette Leute, die sich tatsächlich für mich entschieden haben. Sie haben gutes Futter und einen schönen Napf dabei und das kleine Mädchen trägt mich ganz zärtlich auf den Armen. Ihr Vater und ihre Mutter sagen, ich sei ein ganz süsses und braves Hundchen.

Ich heisse jetzt Lea.

Ich darf meine neue Familie auch abschlabbern, das ist wunderbar. Sie lehren mich freundlich, was ich tun darf und was nicht, passen gut auf mich auf, geben mir herrliches Essen und viel, viel Liebe. Nichts will ich mehr, als diesen wunderbaren Menschen gefallen und es gibt nichts Schöneres als mit dem kleinen Mädchen herumzutollen und zu spielen.

Erster Besuch beim Tierarzt.
Es war ein seltsamer Ort, mir schauderte. Ich bekam einige Spritzen. Meine beste Freundin, das kleine Mädchen, hielt mich sanft und sagte es wäre o.k., dann entspannte ich mich. Der Tierarzt schien meinen geliebten Menschen traurige Worte zu sagen, sie sahen ganz bestürzt aus. Ich hörte etwas von schweren Mängeln und von Dysplasie E und von Herz zwei. Er sprach von wilden Zuchten und dass meine Eltern nie gesundheitlich getestet worden seien. Ich habe nichts von alledem begriffen, aber es war furchtbar, meine Familie so traurig zu sehen.

Jetzt bin ich sechs Monate alt.
Meine gleichaltrigen Artgenossen sind wild und stark, aber mir tut jede Bewegung weh. Die Schmerzen gehen nie weg. Ausserdem kriege ich gleich Atemnot, wenn ich nur ein wenig mit dem kleinen Mädchen spielen will. Ich möchte so gerne ein kräftiger Hund sein, aber ich schaffe es einfach nicht. Vater und Mutter sprechen über mich. Es bricht mir das Herz, alle so traurig zu sehen.

In der Zwischenzeit war ich oft beim Tierarzt und immer hiess es „genetisch“ und „man kann nichts machen“. Ich möchte draussen in der warmen Sonne mit meiner Familie spielen, möchte rennen und hüpfen. Es geht nicht. Letzte Nacht war es schlimmer als eh und je. Ich konnte nicht einmal mehr aufstehen um zu trinken nur noch schreien vor Schmerzen.

Sie tragen mich ins Auto. Alle weinen. Sie sind so seltsam, was ist los? War ich böse? Sind sie am Ende böse auf mich? Nein, nein, sie liebkosen mich ja so zärtlich.
Ach, wenn nur diese Schmerzen aufhörten! Ich kann nicht einmal die Tränen vom Gesicht des kleinen Mädchens ablecken, aber wenigstens erreiche ich ihre Hand.

Der Tisch beim Tierarzt ist kalt. Ich habe Angst. Die Menschen weinen in mein Fell, ich fühle, wie sehr sie mich lieben. Mit Mühe schaffe ich es, ihre Hand zu lecken. Der Tierarzt nimmt sich heute viel Zeit und ist sehr freundlich und ich empfinde etwas weniger Schmerzen. Das kleine Mädchen hält mich ganz sanft, ein kleiner Stich… Gott sei Dank, der Schmerz geht zurück. Ich fühle tiefen Frieden und Dankbarkeit.

Ein Traum:
Ich sehe meine Mama, meine Brüder und Schwestern auf einer grossen grünen Wiese. Sie rufen mir zu, dass es dort keine Schmerzen gibt, nur Frieden und Glück. So sage ich meiner Menschenfamilie „Auf Wiedersehen“ auf die einzig mir mögliche Weise: Mit einem sanften Wedeln und einem kleinen Schnuffeln.

Viele glückliche Jahre wollte ich mit euch verbringen, es sollte nicht sein. Statt dessen habe ich euch so viel Kummer gemacht. Es tut mir leid, ich war halt nur eine Händlerware.

Lea

 

©1999 J. Ellis – bewilligte Übersetzung von E. Witter

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Der kleine rote Kater

Der kleine rote Kater blieb plötzlich stehen. Hinter ihm spielten Kätzchen auf einer bunten Sommerwiese, jagten einander und rauften spielerisch. Es sah so fröhlich aus, aber vor ihm, im klaren ruhigen Wasser des Teiches, sah er seine Mommy. Und sie weinte bitterlich. Er tapste ins Wasser und versuchte, sie zu berühren, und als er das nicht konnte, hüpfte er hinein. Nun war er ganz nass und Mommys Bild tanzte auf den Wellen fort. „Mommy!“ rief er. „Ist etwas nicht in Ordnung?“

Der kleine rote Kater drehte sich um. Eine Dame stand am Ufer des Teiches, mit traurigen, aber liebevollen Augen. Der kleine rote Kater seufzte und kletterte aus dem Wasser. „Das muss ein Fehler sein“, sagte er. „Ich sollte nicht hier sein“.

Er sah zurück ins Wasser und das Bild seiner Mommy spiegelte sich wieder darin. „Ich bin doch noch ein Baby. Mommy sagt, das muss ein Irrtum sein. Sie sagt, ich darf gar nicht hier sein“.

Die freundliche Dame seufzte und setzte sich ins Gras. Der kleine rote Kater kletterte in ihren Schoss. Es war nicht Mommys Schoss, aber es war fast genauso gut. Als sie begann, ihn zu streicheln und genau dort unter dem Kinn zu kraulen, wo er es am liebsten mochte, fing er fast gegen seinen Willen zu schnurren an.

„Ich fürchte, es ist kein Fehler. Es ist Dir bestimmt, hier zu sein, und Deine Mommy weiss es tief in ihrem Herzen“, sagte die Dame. Der kleine rote Kater seufzte und lehnte seinen Kopf an den Fuss der Dame. „Aber sie ist so traurig. Es tut mir so weh, sie so weinen zu hören. Und auch Daddy ist traurig“.

„Aber sie wussten von Anfang an, dass dies geschehen würde“ sagte die Dame mit einem liebevollen Blick auf den kleinen Kater. „War ich denn krank?“
Das überraschte den kleinen roten Kater. Niemand hatte jemals etwas darüber gesagt und er hatte oft zugehört wenn sie dachten, er schliefe. Sie sprachen stets nur darüber, wie süss er doch war und wie schnell er gewachsen war. „Nein, sie wussten nicht, dass Du krank warst“, sagte die freundliche Dame „Aber dennoch wussten sie, dass sie die Tränen gewählt hatten“. „Nein, das taten sie nicht“, sagte der kleine rote Kater. „Wer würde schon Tränen wählen?“

Sanft küsste die Dame sein Köpfchen. Er fühlte sich sicher und warm und geliebt – aber er war noch immer voll Sorge um seine Mommy. „Ich will Dir eine Geschichte erzählen“, sagte die Dame.

Der kleine rote Kater sah auf und sah die anderen Tiere näher kommen. Katzen – Big Boy und Snowball, Shamus und Abby und auch Little Cleo und Robin. Merlin, Toby und Iggy und Zachary, Sweetie, Kamatta und Obie. Hunde auch – Sally, Baby und Morgan, Rocky und Belle. Sogar eine Eidechse namens Clyde und einige Ratten und ein Hamster namens Odo. Alle legten sich erwartungsvoll ins Gras rund um die Dame und sahen wartend zu ihr auf. Sie lächelte und begann:

„Vor langer, langer Zeit gingen die kleinen Engel zum Oberengel und baten ihn um Hilfe, weil sie so einsam waren. Der Oberengel brachte sie zu einer grossen Mauer mit vielen Fenstern und liess sie aus dem ersten Fenster auf alle möglichen Dinge schauen – Puppen und Stofftiere und Spielzeugautos und vieles mehr. „Hier habt ihr etwas, das ihr lieben könnt“ sagte der Engel.“ Diese Dinge werden eure Einsamkeit vertreiben“. „Oh, vielen Dank“, sagten die kleinen Engel. „Das ist gerade, was wir brauchen“.
„Ihr habt das Vergnügen gewählt“, erklärte ihnen der Oberengel.
Aber nach einiger Zeit kamen die kleinen Engel zurück. „Dinge kann man schon lieben“, meinten sie. „Aber sie kümmern sich nicht darum, dass wir sie lieben“.

Der Oberengel führte sie zum zweiten Fenster. Sie sahen hinaus und sahen alle möglich Arten wilder Tiere. „Ihr könnt diese Tiere lieben“, sagte er. „Sie werden wissen, dass ihr sie liebt.“
Die kleinen Engel waren begeistert. Sie liefen hinaus zu den Tieren. Einer gründete einen Zoo, ein anderer ein Naturschutzgebiet, einige fütterten die Vögel.
„Ihr habt die Befriedigung gewählt“, sagte der Oberengel.
Aber nach einiger Zeit kamen die kleinen Engel zurück. „Sie wissen, dass wir sie lieben“, sagten sie. „Aber sie lieben uns nicht wieder. Wir möchten auch geliebt werden.“

So führte sie der Oberengel zum dritten Fenster und zeigte ihnen die Menschen. „Hier sind Menschen zum Lieben“, erklärte er ihnen. Die kleinen Engel eilten hinaus zu den Menschen.
„Ihr habt die Verantwortung gewählt“, sagte der Oberengel.
Aber bald waren sie wieder zurück. „Menschen kann man schon lieben“, klagten sie „aber oft hören sie auf, uns zu lieben und verlassen uns. Sie brechen unsere Herzen.“

Der grosse Engel schüttelte den Kopf. „Ich kann euch nicht mehr helfen. Ihr müsst mit dem zufrieden sein, was ich euch gegeben habe.“

Da entdeckte einer der kleinen Engel ein weiteres Fenster und sah kleine und grosse Hunde und Katzen, Eidechsen, Hamster und Frettchen. Die anderen liefen herbei und bestaunten sie. „Was ist mit denen?“ riefen sie.
Aber der Oberengel schob sie vom Fenster weg. „Das sind Gefühlstrainer“, sagte er. „Aber wir haben Probleme mit ihrem Operating-System.“
„Würden sie wissen, dass wir sie lieben?“ fragte einer – „Ja“, erwiderte der Oberengel widerstrebend.
„Und würden sie uns wiederlieben?“ fragte ein anderer – „Ja“, erwiderte der grosse Engel.
„Werden sie je aufhören, uns zu lieben?“ riefen sie – „Nein“, gestand der grosse Engel. „Sie werden euch für immer lieben.“
„Dann sind sie genau das, was wir uns wünschen“, riefen die kleinen Engel.

Aber der Oberengel war sehr aufgeregt. „Ihr versteht nicht“, erklärte er ihnen. „Ihr müsst sie füttern. Und ihr müsst ihre Umgebung reinigen und immer für sie sorgen.“
„Das tun wir gerne“, riefen die kleinen Engel.
Und sie hörten nicht zu. Sie beugten sich nieder und nahmen die zahmen Tiere in die Arme und die Liebe in ihrem Herzen spiegelte sich in den Augen der Tiere.

„Sie sind nicht gut programmiert“ rief der Oberengel, „es gibt keine Garantie für sie. Wir wissen nicht, wie lange sie halten. Manche hören sehr rasch auf zu funktionieren, und manche halten länger!“
Aber das kümmerte die kleinen Engel nicht. Sie drückten die warmen weichen Körperchen an sich und ihre Herzen füllten sich mit Liebe, so dass sie fast zersprangen.
„Wir haben unsere Chance!“ riefen sie.
„Ihr versteht nicht“, versuchte es der Oberengel zum letzten Mal. „Sie sind so gemacht, dass selbst der Haltbarste von ihnen euch nicht überleben wird. Euer Schicksal wird sein, durch ihren Verlust zu leiden!“
Die kleinen Engel betrachteten die Tiere in ihren Armen und schluckten. Dann sagten sie tapfer: „Das macht nichts. Es ist ein fairer Tausch für die Liebe, die sie uns geben.“
Der Oberengel sah ihnen nach und schüttelte den Kopf. „Nun habt ihr die Tränen gewählt“, flüsterte er.

„Und so ist es auch geblieben“, meinte die freundliche Dame. „Und jede Mommy und jeder Daddy weiss das.
Wenn sie euch in ihr Herz schliessen, wissen sie, dass ihr sie eines Tages verlassen werdet und sie weinen müssen.“
Der kleine rote Kater setzte sich auf. „Warum nehmen sie uns dann zu sich?“ fragte er erstaunt.
„Weil auch nur eine kurze Zeit eurer Liebe den Kummer wert ist.“
„Oh“, sagte der kleine Kater und starrte wieder in den Teich. Da war noch immer das Bild seiner Mommy, weinend. „Wird sie jemals aufhören zu weinen?“
Sie nickte. „Sieh, der Oberengel bedauerte die kleinen Engel. Er konnte die Tränen nicht wegzaubern, aber er mochte sie besonders.“
Sie tauchte die Hand in den Teich und liess das Wasser von ihren Fingern tropfen.

„Er machte heilende Tränen aus diesem Wasser. Jede Träne enthält ein bisschen von der glücklichen Zeit und all dem Schnurren und Streicheln und der Freude an Dir. Wenn Deine Mommy weint, heilt ihr Herz. Es mag seine Zeit dauern, aber durch ihre Tränen fühlt sie sich besser. Nach einiger Zeit wird sie nicht mehr so traurig sein, wenn sie an Dich denkt, und sich nur der schönen Zeit erinnern. Und sie wird ihr Herz wieder für ein neues Kätzchen öffnen.“
„Aber dann wird sie eines Tages wieder weinen!“
Die Dame lächelte ihn an und stand auf. „Aber sie wird auch wieder jemanden lieb haben. Daran wird sie denken“.

Sie nahm Big Boy und Snowball in ihre Arme und kraulte Morgan genau dort am Ohr, wo sie es so mochte.
„Sieh nur, die Schmetterlinge kommen. Sollen wir nicht spielen gehen?“ Die anderen Tiere liefen voraus, aber der kleine rote Kater wollte seine Mommy noch nicht verlassen.
„Werden wir jemals wieder zusammen sein?“ Die freundliche Dame nickte.
„Du wirst in den Augen jeder Katze sein, die sie ansieht. Und sie wird Dich im Schnurren jeder Katze hören, die sie streichelt. Und spät in der Nacht, wenn sie einschläft, wirst Du ihr nahe sein und ihr werdet beide Frieden haben. Und bald, eines Tages, wirst Du ihr einen Regenbogen senden, damit sie weiss, dass Du in Sicherheit bist und hier auf sie wartest.“

„Das gefällt mir“, sagte der kleine rote Kater und warf einen letzten langen Blick auf seine Mommy. Er sah ihr Lächeln unter ihren Tränen und wusste, dass ihr eingefallen war, wie er fast in die Badewanne gefallen wäre.
„Ich hab‘ dich lieb, Mommy“, flüsterte er. „Es ist schon okay, wenn Du weinst“.
Er blickte zu den anderen, die spielten, und lachten mit den Schmetterlingen.
„Oh, Mommy! Ich gehe jetzt spielen, okay? Aber ich werde immer bei Dir sein, das verspreche ich.“

Dann wandte er sich um und lief den anderen nach…

 

(Autor: unbekannt)

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Leih‘ mir ein kleines Kätzchen

Ich will dir ein kleines Kätzchen für eine Weile leihen hat Gott gesagt.
Damit du es lieben kannst, solange es lebt und trauern, wenn es tot ist.

Vielleicht für zwölf oder vierzehn Jahre, vielleicht auch zwei oder drei.
Wirst du darauf aufpassen, für mich, bis ich es zurückrufe?

Sie wird dich bezaubern um dich zu erfreuen und sollte ihr Bleiben nur kurz sein,
du hast immer die Erinnerungen um dich zu trösten.

Ich kann dir nicht versprechen, dass sie bleiben wird weil alles von der Erde zurückkehren muss,
aber es gibt eine Aufgabe, die dieses Kätzchen lernen muss.

Ich habe auf der ganzen Welt nach dem richtigen Lehrer gesucht.
Und von allen Leuten, die die Erde bevölkern hab ich dich auserwählt.

Willst du ihr alle deine Liebe geben und nicht denken, dass deine Arbeit umsonst war?
Und mich auch nicht hassen wenn ich das Kätzchen zu mir heim hole?

Mein Herz antwortete: mein Herr, dies soll geschehen.
Für all die Freuden, die dieses Kätzchen bringt werde ich das Risiko der Trauer eingehen.

Wir werden sie mit Zärtlichkeit beschützen und sie lieben, solange wir dürfen.
Und für das Glück, das wir erfahren durften werden wir für immer dankbar sein.

Aber solltest du sie früher zurückrufen, viel früher, als geplant werden wir die
tiefe Trauer meistern und versuchen, zu verstehen.

Wenn wir es mit unserer Liebe geschafft haben deine Wünsche zu erfüllen
in Erinnerung an ihre süsse Liebe. Bitte hilf uns in unserer Trauer.

Wenn unser geliebtes Kätzchen diese Welt voll von Spannung und Zwietracht verlässt,
schicke uns doch bitte eine andere bedürftige Seele, um sie ihr Leben lang zu lieben.

 

Autor unbekannt

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Gebote einer Katze an ihren Menschen

Mein Leben dauert etwa 15 Jahre. Jede Trennung von Dir wird für mich ein Leiden bedeuten.
Bedenke es, eh Du mich anschaffst.

Gib mir Zeit zu verstehen, was Du von mir verlangst.
Pflanze Vertrauen in mich, denn ich lebe davon.

Zürne nie lange mit mir und sperr mich nicht zur Strafe weg.
Du hast Deine Arbeit, Deine Freunde, ich hab nur Dich allein.

Sprich manchmal mit mir, wenn ich auch Deine Worte nicht alle verstehe,
so doch deine Stimme die sich an mich wendet.

Wisse:
Wie immer Du an mir handeln wirst, ich vergesse es nie. Bedenke, eh du mich schlägst, meine Pfoten sind schnell, meine Krallen scharf und können arg verletzen.
Und doch tue ich es nie.

Eh Du mich bei Deiner Arbeit unwillig schiltst, so bedenke
vielleicht plagt mich ein ungeeignetes Futter oder ich habe ein trauriges Herz.

Kümmere Dich um mich wenn ich alt werde, Du wirst es auch einmal sein.

Gehe jeden Weg mit mir und sei er noch so schwer, sag nie „so etwas kann ich nicht sehen“ oder „es soll nicht in meiner Gegenwart geschehen“, denn alles ist leichter für mich wenn Du bei mir bist.

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Lieber Gott

Ich bitte dich, hab auf mich Acht.

Wenn ich klein bin, lieben mich alle Menschenkinder, bitte, sag ihnen ich mag nicht den ganzen Tag herumgetragen werden. Ich bin doch kein Stofftier. Lieber möchte ich hinter den Ohren gekrault werden und viel Schlaf brauche ich auch noch.

Wenn ich nicht erwünscht bin, möchte ich nicht in einer Mülltonne landen, oder in einem See ertränkt werden, das habe ich nicht verdient.
Es gibt so viele liebe Menschen die gerne ein Kätzchen hätten, es wäre schön wenn man sich wenigstens darum kümmert und mich dann in ein Tierheim abgibt, kannst du es ihnen sagen, lieber Gott?

Ich werde meinem Menschen ein Leben lang viel Freude machen, nur, ich bin eine Katze und habe meinen eigenen Kopf! Lieber Gott, ob sie es verstehen?

Eine Bitte hätte ich noch, wenn, ja wenn es mal mit mir zu Ende geht, das mein Mensch bitte an meiner Seite ist und mir einen gnadenvollen Tod beschert, das lieber Gott erbitte ich für mich!

Und wenn Du es willst, werde ich meinen lieben Menschen an der Regenbogenbrücke entgegen laufen und wir werden uns nie wieder trennen.

Amen

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Ein Morgen im Regenbogenland

Ganz sanft schickte die Sonne die ersten Strahlen ins Regenbogenland, das Gras leuchtete grün und saftig, die Schmetterlinge begannen ihren Tanz um die bunten, süss duftenden Blüten.
Der kleine Engel öffnete langsam die Augen und schaute verwundert umher.
„wo bin ich hier wohl gelandet?“ dachte er.
Er setzte sich auf, und schaute umher, mit staunenden Augen.
„wie wunderschön das hier ist, so friedlich und alles blüht und gedeiht“
Langsam erinnerte er sich an seinen Auftrag. Er war noch ganz neu und unerfahren, und hier sollte er sehen und lernen.
„na dann sehe ich mich mal um hier“ dachte er, und erhob sich.
Der kleine Engel lief staunend durch die Wiesen und Wälder, beobachtete die Tiere, die alle so friedlich miteinander den Morgen genossen.
Plötzlich, auf einem kleinen Hügel, umgeben von hohem Gras und blühenden Bäumen, da entdeckte er eine grosse Gruppe von Katzen. Kleine und Grosse, alle Farben die man sich vorstellen kann! Kleine Kätzchen spielten unbefangen zusammen, Grössere putzten sich und blinzelten in die Sonne.
Da erhob sich ein grosser silberner Kater aus der Gruppe und kam gemächlich auf ihn zu. „Hallo kleiner Engel, willkommen!“ begrüsste der Kater ihn freundlich.
„Wie schön ihr es hier habt!“ sagte der kleine Engel „ihr seid soviele! Woher kommt ihr?“
Der silberne Kater schnurrte: „komm mit, ich zeig Dir alles, damit Du es verstehen kannst.“
Sie setzten sich unter einen der blühenden Bäume, und der Kater begann zu erklären:
„schau, die kleinen Kätzchen, wie sie spielen! Sie waren nicht erwünscht und durften nicht gross werden, nun dürfen sie spielen und fröhlich sein.“
Der kleine Engel schluckte. Was müssen die Menschen für böse Wesen sein?
„schau hier, diese Katzen waren nicht schnell genug, die Autos haben sie des Lebens beraubt, nun können sie spielen und die Sonne geniessen ohne Schmerz und Leid.“
Der kleine Engel schluckte abermals. Die Menschen müssen wirklich ganz böse Wesen sein, es wäre wohl besser nie etwas mit ihnen zu tun zu haben.
Der Kater sah wohl, was der kleine Engel dachte, und schnurrte noch lauter.
„Nicht alle Menschen sind böse kleiner Engel, komm ich zeige es Dir.“
Sie gingen ein Stück den Hügel herunter, und trafen auf eine neue Gruppe von Katzen.
„Sie leuchten ja!“ staunte der kleine Engel “ wie kommt das?“
„Das ist die Liebe, die ihre Menschen ihnen entgegenbrachten“ schnurrte der Kater.
„Oh, dann konnten sie Kunststücke? Oder waren besonders verschmust und anhänglich? Oder…“
„Nein“ sagte der Kater“ sie wurden einfach um ihrer selbst Willen geliebt, einfach wie sie waren, scheu und unanfassbar, zerzaust und krank, bedingungslos geliebt! Deshalb leuchten sie.“
Der Kleine Engel war sehr beeindruckt, solche Menschen gab es, in all der Grausamkeit dieser Welt?
„Woher kommen denn all diese silbernen Tautropfen auf dem Gras?“ fragte er den Kater.
„Das sind die Tränen der Menschen, die ihre Katze so vermissen“ erklärte der Kater geduldig.
„So viele…“ der kleine Engel wurde ganz still.
„Was ist mit diesen Katzen? Sie leuchten auch, aber anders, golden und durchsichtig, wie wenn sie gar nicht da wären?“ Ganz ehrfürchtig schaute der kleine Engel die Gruppe an, von der dieses Leuchten her kam.
„Da hast Du ein bisschen recht kleiner Engel“ der Kater schnurrte wiederum ganz laut. „Es sind Seelen-Katzen. Manchmal sind Mensch und Katze ganz fest verbunden mit ihrer Seele. Darum siehst Du den kleinen See hier, diese Tränen der Menschen fliessen für immer, mal stärker, mal schwächer. Dieses Band bleibt bestehen, und diese Katzen hier warten auf ihre Wiederkehr zu ihren Seelen-Menschen. Manchmal dauert es sehr lange, denn die Menschen müssen erst bereit dazu sein ihr Herz zu öffnen.“

Der kleine Engel fing an zu weinen. Das hatte er nicht erwartet, und er weinte für die Menschen, die so sehr trauerten um ihr geliebtes Tier.
„Die Menschen sind nicht böse“ flüsterte der kleine Engel“ ich weiss jetzt was meine Aufgabe ist! Ich muss den Menschen Zeichen schicken, dass es ihren Liebsten gut geht. Mut und Kraft in die Seele streuen, damit sie nicht aufgeben und weiterkämpfen für die Tiere.
Und denen die ihr Seelen-Tier verloren haben das Herz öffnen, damit sie es erkennen, wenn es zurückkommt.“
„Genau“ schnurrte der silberne Kater zufrieden.“ Du hast gelernt und verstanden. Deine Aufgabe ist schwer und hört nie auf, also geh und beginne damit.“
Der kleine Engel trocknete seine Tränen, winkte den Sternenkatzen ein letzes Mal zu und flog zur Erde, den silbernen Tränen der Liebe nach.

(Petra Klossner, Mai 2011)

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